Quelle: https://commons.wikimedia.org/wiki/File:AdK_Berlin_Hanseatenweg,_1.jpg, Veröffentlichung unter Creative Commons-Lizenz von Manfred Brückels
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Die Gebäude für die Akademie der Künste (West) liegen im Hansaviertel am Großen Tiergarten. 1957 hatte hier die Internationale Bauausstellung Berlin (Interbau) stattgefunden, als Demonstration moderner Architektur westlicher Prägung und als Gegenentwurf zum architektonischen Gestus der ehemaligen Stalinallee (heute: Karl-Marx-Allee) in Ost-Berlin. Der Neubau der Akademie auf diesem Areal war damals noch nicht geplant. Er konnte erst realisiert werden, nachdem die Finanzierung durch die zweckgebundene Stiftung Reichholds geregelt war. Das Land Berlin stellte nun ein geeignetes Grundstück im Hansaviertel zur Verfügung. Als leitender Architekt war Werner Düttmann tätig, in Zusammenarbeit mit der Architektin Sabine Schumann und anderen. Am 18. Juni 1960 wurde die Anlage eröffnet. Der Baukomplex ist ein repräsentatives Beispiel für den Brutalismus, er fügte sich nahtlos ein in die architektonische Qualität des Hansaviertels, für das Düttmann zuvor schon das Bibliotheksgebäude entworfen hatte. Der Architekt wurde Direktor der Abteilung Baukunst der Akademie und war von 1971 bis zu seinem Tod 1983 ihr Präsident.

 

Das Raumprogramm ergab sich aus den Vorgaben der Akademie für deren künftige Arbeit. Düttmann entwickelte danach nicht einen einzigen, geschlossenen Baukörper, sondern ein Ensemble aus drei, auch äußerlich deutlich unterschiedlichen Bauteilen. Der Straße zugewandt ist ein heller Kubus für den Ausstellungsbetrieb, mit Foyer, Gartenhof und Werkstätten im Erdgeschoss; im Obergeschoss sind drei Ausstellungshallen um einen bepflanzten Innenhof gruppiert. Südlich davon steht das ‚Studio‘, ein Mehrzweckbau aus rotem Backstein mit schrägen, tief herabgezogenen grünen Kupferdächern, konzipiert für Vorträge, Filme, Theateraufführungen und ähnliche Veranstaltungen, dazu kommt eine Kinemathek. Etwas abseits des Publikumsbereichs, im Osten des Geländes, entstand ein fünfgeschossiges Gebäude mit Ateliers und Appartements für Gäste, mit Konferenzräumen, Bibliothek und Büros für die interne Arbeit der Akademie. Die drei Teile der Anlage sind durch Foyers und verglaste Gänge miteinander verbunden. Als gemeinsame, markante Materialien wurden handgefertigte Ziegel, Waschbeton mit Zusatz von weißen Flusskieseln, Schieferplatten und brasilianisches Kiefernholz verwendet.

 

Walter Rossow, der schon die Gesamtleitung für die Gestaltung der Grünräume im Hansaviertel hatte, übernahm die Planung der Grünanlagen in der Akademie und in ihrer unmittelbaren Umgebung. Er bestimmte die artenreiche Bepflanzung für die inneren und äußeren Gartenhöfe der Akademie und entwarf die nahe gelegenen Wege mit ihrem unregelmäßigen Belag aus rauen Schieferplatten. Seine Arbeit verstand er als Prozess, bei dem sich durch Pflanzenwachstum das Erscheinungsbild im Lauf der Jahre verändert.

Adresse:

Hanseatenweg 10, 10557 Berlin-Hansaviertel